20 Jahre KG “Fidele Birker”

von damals bis heute


Schaut man auf andere traditionsreiche Vereine in Birk und Umgebung, so mag sich ein zwanzig-jähriges Vereinsjubiläum doch als recht überschaubar darstellen.

Aber gerade in dieser Zeit mit ihrer dynamischen Entwicklung des organisierten Karnevals, wurden immer  wieder  neue  Herausforderungen an alle Mitglieder, Freunde und Gönner unseres Vereins gestellt. Beurteilt man die Qualität eines Vereins der Brauchtumspflege nach der Entwicklung der Mitgliederzahlen, der Anzahl von Sponsoren, der Qualität der Sitzungsprogramme oder des Engagements der freiwilligen Helfer, so können wir sicherlich einen erfolgreichen Weg der letzten zwanzig Jahre aufzeigen.

Insoweit blicken wir mit Stolz zurück und nehmen uns das bisher Geleistete als  Ansporn für die Zukunft.

Da die traditionsreiche Geschichte des Birker Sitzungs- und Straßen-Karnevals zurückreichend bis 1928 schon an anderer Stelle in herausragender Weise gewürdigt wurde, konzentrieren wir uns hier und heute auf die Geschichte der KG “Fidele Birker” 1991 e.V..

Er war ein Vollblutkarnevalist mit vielfältiger Erfahrung im Birker Karneval, war mehrfach Adjutant der Birker Tollitäten und 1990 selbst als Prinz Hans I. (Sachse) mit seiner Frau Heidi I. Regent der Birker Narren. Motiviert durch viele Anfragen und einige Gespräche mit Gleichgesinnten, lud er alle interessierten Bürger kurzerhand im November 1991 zur Gründungssitzung des Karnevalsverein Birk in die Gaststätte Fielenbach.

Mit 25 anwesenden Personen wurden hier die wesentlichen Grundlagen des künftigen Vereins besprochen und festgelegt. Als Mitgliedsverein im Ortsring Birk wollte man sich künftig der Durchführung der Prunksitzung und evtl. der Gestaltung einer Kindersitzung widmen.

Die Namensgebung des neuen Vereins wurde öffentlich ausgeschrieben und man nannte sich vorläufig “Karnevalsgesellschaft Birk”. Der Gründungsvorstand bis zur ersten ordentlichen Mitgliederversammlung setzte sich aus dem 1. Vorsitzenden Hans Sachse, der 2. Vorsitzenden Renate Schmitz, der  Kassiererin  Rosemarie Lyczkowski und dem Schriftführer  Bernd Ramroth zusammen. Um die Arbeitsfähigkeit des Vorstandes zu gewährleisten, wurden 250,11 DM gesammelt.

Zur ersten ordentlichen Mitgliederversammlung trafen sich nach form- und fristgerechter Einladung 28 Personen am 28.03.1992 im Saal Fielenbach. Nach Entlastung des Gründungsvorstandes und Verabschiedung der neu erstellten Satzung, wählte man unter Vorsitz des Versammlungsleiters Hermann Fielenbach den neuen Vorstand. Neben der Wiederwahl der bisher handelnden Amtsinhaber wurden  Heinz  Urbach  zum Sitzungspräsidenten, Heidi Sachse zur Pressewartin  sowie   Helmut Liebold Fred Janik  und  Heinz Nilles zu Beisitzern der KG gewählt.

Der Mitgliedsbeitrag für das erste Familienmitglied wurde damals auf 40,00 DM festgelegt, jedes weitere Familienmitglied bezahlte 20,00 DM. Ein weiterer Punkt der Tagesordnung  war  u.a.  die Namensgebung der Gesellschaft. Zur Entscheidung standen “KG Rot-Weiß Birk” und “Birker Narrenzunft”. Nach eingehender Diskussion der verschiedenen Vorschläge votierte die Versammlung mehrheitlich für den Namen “KG Rot-Weiß  Birk”.

Kurioserweise  musste  dieser Vereinsname aber aufgrund eines Einspruchs der “Rheintöchter Rot-Weiß Birk” schon am 21.05.1992 im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung geändert werden. Bei den zur Auswahl stehenden  Vorschlägen  “KG Narrenzunft Birk” oder “KG Fidele Birker”  einigte  man  sich mehrheitlich auf den heutigen Namen der Gesellschaft.

In der folgenden Zeit konzentrierte man sich voll und ganz auf die Vorbereitung der nächsten Session und so konnte Sitzungspräsident Heinz Urbach am 16.01.1993 die Birker Jecken zur ersten Proklamation der KG und zum ersten Mal im Bürgerhaus Birk begrüßen. Nach einer durchweg positiven Resonanz arbeitete man nun an der Weiterentwicklung des Vereins.

Die Basis für eine kontinuierliche Entwicklung der Gesellschaft entstand durch die Mitgliedschaft im Bund Deutscher Karnevalisten.

Man entschloss sich Bühnendekoration zu erwerben und mit einem eigenen Karnevalswagen am Birker Karneval teilzunehmen. Das Motto des ersten KG-eigenen Wagens, der in Form einer Muschel gebaut wurde, spiegelte die Visionen über die Zukunft der Gesellschaft wieder: „KG Fidele Birker - Die Perle des Karnevals“.

Auf dem Weg dorthin wurden weitere Veranstaltungen ins Leben gerufen. Am 15.01.1994 wurde erstmals die „Große Prunksitzung“ mit vollem Erfolg durchgeführt, so dass diese Veranstaltung im Januar/ Februar eines jeden Jahres stattfinden  sollte. Auch an eine Sitzung nur für die „Herren der Schöpfung“ wurde bereits gedacht und eine Herrensitzung für 1995 geplant.

Am 05.02.1995 lud Sitzungspräsident Heinz Urbach die Männer aus Birk und Umgebung zur ersten Herrensitzung der KG „Fidele Birker“ ins Bürgerhaus ein. Der durchschlagende Erfolg dieser Sitzung wurde im Laufe der Zeit durch ein neues Erscheinungsbild  mit selbst gebautem Bühnenbild und aufgelockerter Elferratsrunde weiter gesteigert. Die Beliebtheit dieser Veranstaltung zeigt sich durch das regelmäßig ausverkaufte Bürgerhaus bis zum heutigen Tage.

Im September 1998 wurde Hans Sachse aufgrund seiner bisherigen Tätigkeit als Präsident und seiner Verdienste für den Birker Karneval zum ersten und bisher einzigen Ehrenpräsidenten der Gesellschaft ernannt.

Um den Birker Karneval auch den kleinsten Jecken näher zu bringen, wurde 1999 unter dem Präsidenten Heinz Firmenich und der Geschäftsführerin Brunhilde Urbach ein  Arbeitskreis  um  Dagmar Schwamborn mit der Ausarbeitung einer Kindersitzung betraut. Erstmalig stürmten die Kinder das Bürgerhaus am 20.02.2000. Des Weiteren wurde für die Kinder ein Karnevalswagen für den Birker Zug bereitgestellt.

Aufgrund sinkender Nachfrage unter den Birker Karnevalisten wurde die „Große Prunksitzung“ aus wirtschaftlichen Gründen im Februar 2001 letztmalig durchgeführt.

Eine neue Institution der KG wurde im Rahmen der Prinzenproklamation am 16.11.2002 präsentiert und ernannt: Die Senatoren als finanzielle Förderer der Brauchtumspflege innerhalb der Gesellschaft. Seit diesem Zeitpunkt sind die Senatoren zusätzlich auch mit einem Wagen im Birker Straßenkarneval aktiv. Die Ernennung neuer Senatoren wurde ab 2003 in die neu geschaffene  Veranstaltung „Sessionsstart“ verlagert. Der Sessionsstart stimmt die Mitglieder und Förderer in geselliger Runde und „kölschem Buffet“ auf die kommende Session ein. In diesem Rahmen werden auch die Sitzungsprogramme sowie der Sessionsorden und der Kinderorden der KG vorgestellt.

Um auch für die Jugendlichen und jung gebliebenen Jecken eine Veranstaltung in Birk anbieten zu können, wurde eine Arbeitsgruppe um Stefan Grun ins Leben gerufen. Das Ergebnis der Arbeitsgruppe wurde am 08.02.2003 in Form  einer Karnevalsfete mit Party-Shuttle-Bus präsentiert. Unter dem Motto „Auf Teufel komm raus“ erhoffte sich die KG für diese neue Veranstaltung eine Besucherzahl von 300 Gästen, um wenigstens die Kosten zu decken. Für die Veranstaltung fanden sich zahlreiche Helfer, die in zwei Schichten arbeiten sollten.
Aber es kam alles anders …

Ohne die Neugier der Helfer aus der Spätschicht auf den Erfolg der Fete, welche sich bereits zu Beginn der Veranstaltung im Bürgerhaus einfanden, wäre der Erfolg der Fete fraglich gewesen. Denn zu Beginn der Veranstaltung bildeten sich lange Schlangen vor dem Bürgerhaus und die erhoffte Besucherzahl wurde bei Weitem überschritten. Bereits nach kurzer Zeit war das Bürgerhaus ausverkauft und alle Helfer mussten von Beginn an bis in die frühen Morgenstunden Außergewöhnliches leisten. Dieser Anfangserfolg hält bis heute an. Die Karten im Vorverkauf sind seit jeher innerhalb von kurzer Zeit vergriffen.

Um die Außenwirkung der KG zu verbessern und an die neuen Medien anzuknüpfen, erstellte  Horst Erdmann im Frühjahr 2004 die erste Homepage der Gesellschaft. Unter www.fidele-birker.de finden Sie aktuelle Informationen sowie Bilder zu den Veranstaltungen der Gesellschaft. Ein weiterer Schritt zur professionelleren Darstellung in der Öffentlichkeit war im Frühjahr 2005 der Entwurf des heutigen Logos und der Briefbögen der KG durch Stefan Grun.

Not macht erfinderisch: Aufgrund fehlender Tollitäten im Birker Karneval in der Session 2006/2007 hatte der  Sitzungspräsident  Horst Erdmann anstelle einer Proklamation eine Lücke im Programm. Da dieses „Phänomen“ nicht nur bei der KG-Proklamation auftrat, hatte er die Idee, ein Jux-Dreigestirn durch die Säle von Birk und Umgebung zu führen. Dieses Trifolium bestehend  aus  Prinz  Horst (Erdmann)Bauer  Michael (Quurk) und Jungfrau Peter (Hennekeuser) füllte nicht nur die Programmlücken, sondern zog auch für den „Guten Zweck“ sehr erfolgreich durch die Säle.

Der Erfolg aller Veranstaltungen beruht neben den hervorragenden Sitzungsprogrammen und vielen Gästen besonders auf der tatkräftigen Unterstützung der Mitglieder und fleißigen Helfer. Als Dank für die schweißtreibenden Arbeiten während der Session, entführt der Vorstand der Gesellschaft die zahlreichen Helfer seit 2007 auf den so genannten Helferausflug. Das Ausflugsziel bleibt bis zum Fahrtantritt stets streng geheim. Bei dieser Fahrt ins Blaue sorgt der 1. Geschäftsführer Alexander Urbach stets für abwechslungsreiche Ausflüge bei strahlendem Sonnenschein.

Die Anzahl der Mitglieder der Gesellschaft ist seit der Gründung stetig gewachsen. Besonders hervorzuheben ist die Entwicklung der letzten Jahre. Seit Amtsantritt von Ulrich Ludwig im Mai 2002 hat sich die Anzahl nahezu verdreifacht. Heute zählt die Gesellschaft mit 153 Mitgliedern zu den drei größten Karnevalsvereinen von Lohmar.

Rückblickend hat sich die Gesellschaft in den letzen 20 Jahren zu einer festen Institution im Karneval in Birk und weit über die Stadtgrenzen von Lohmar hinaus getreu dem Motto des ersten Karnevalswagen der Gesellschaft: „KG Fidele Birker - die Perle des Karnevals“ entwickelt.

Möglich war, ist und wird dies immer nur durch die tatkräftige Unterstützung der Mitglieder, der Senatoren und der ehrenamtlichen Tätigkeiten aller Vorstandsmitglieder.